Kognitive Verhaltenstherapie in der ambulanten und stationären Neuropsychologie

(zur Zeit keine aktuellen Termine, bei Interesse sprechen Sie mich gerne an)

 

 

 

Dieser Workshop wendet sich an Neuropsychologen, die in der neuropsychologischen Rehabilitation tätig sind und hirnorganische Störungen feststellen und behandeln und die das Ziel verfolgen, psychische Störungen und daraus folgende psychosoziale Beeinträchtigungen und Aktivitätseinschränkungen zu erkennen und zu heilen oder zu lindern.
Hierzu werden Anwendungsmöglichkeiten Kognitiver Verhaltenstherapie im Bereich Neuropsychologie vorgestellt. Schwerpunkt sind die Einsatzmöglichkeiten und die praktische Anwendung Kognitiver Verhaltenstherapie in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern der neurologischen Rehabilitation. Nach einer kurzen Einführung in die Basisvariablen der KVT wird anhand von Praxisbeispielen die Anwendung in Rehabilitationskliniken und in ambulanten Praxen aufgezeigt.

Dabei ergeben sich, in Abhängigkeit von der Krankheitsphase, in der sich der jeweilige Patient befindet, typische Fragestellungen: Reflexionen über den Selbstwert / Menschenwert, die Veränderung von Bewertungsmustern, Eigenverantwortung und Schutz vor Überforderung, Festlegen eigener Lebensinhalte und Lebensziele (bzw. die Anpassung ehemaliger Lebensziele an die veränderte gesundheitliche Situation) etc.
Weiterhin wird das über mehrere Jahre erprobte Konzept einer „Schädel-Hirn-Trauma-Gruppe“ vorgestellt, die sich speziell an Patienten wendet, bei denen die Verletzung mindestens zwei Jahre zurückliegt. Themenschwerpunkte sind hier die Entstehung und Modifikation von Gefühlen, Selbstwert und Lebenszielplanung.
Das Thema „Angehörigenberatung“ kann bei Interesse der Teilnehmer ebenfalls berücksichtigt werden.

 

 Als Vorbereitung auf diesen Workshop dient eines der folgenden Bücher:
Stavemann, H.H. (2010a). Einführung in die Kognitive Verhaltenstherapie: Die Therapie emotionaler Turbulenzen (4. Aufl.). Weinheim: Beltz.

 Stavemann, H.H. (2010b). Im Gefühlsdschungel. Emotionale Krisen verstehen und bewältigen (2. Aufl.).Weinheim: Beltz.

   

Kognitive Verhaltenstherapie in der Neuropsychologie

 

Workshop an der Ruhr-Akademie für Neuropsychologie an der Ruhruniversität Bochum

14./15. September 2019 

 

 

Die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) gehört zu den nachweislich wirksamsten Psychotherapieverfahren und wird sowohl in stationären als auch ambulanten Settings seit vielen Jahren überaus erfolgreich eingesetzt. Es liegt daher nahe, kognitiv-verhaltenstherapeutische Strategien und Techniken auch für neuropsychologische Behandlungen heranzuziehen. Das Seminar richtet sich an Neuropsychologen und an in der neuropsychologischen Rehabilitation tätige Psychologen. Vorgestellt wird die Anwendbarkeit der KVT im Bereich Neuropsychologie bzw. bei neurologischen Patienten.

Inhalt und Ziele:
Zunächst wird in die Basisvariablen der Kognitiven Verhaltenstherapie eingeführt: therapeutische Grundhaltung, Problemkategorien (Selbstwertprobleme, existentielle Probleme, Probleme wegen mangelnder Frustrationstoleranz), das kognitive Modell der Emotionsentstehung,  das ABC-Modell zur Rekonstruktion bewusster und unbewusster Denkmuster, Disputtechniken und Sokratische Dialoge.
In Teil 2 werden die Anwendungsmöglichkeiten im Bereich Neuropsychologie in Rehabilitationskliniken und ambulanten Praxen vorgestellt.
KVT in der kompensatorischen Therapie: Akzeptanz vorhandener Defizite (Thema Selbstwert), Anpassen der eigenen Ansprüche und Erwartungen (Thema sinnvolle Ziele);
KVT in der integrativen Therapie: wieder „der/die Alte“ werden?, beruflicher Wiedereinstieg, (Re-)Integration in das soziale Umfeld, Arbeit mit Bezugspersonen.
Schließlich wird das über mehrere Jahre von der Referentin und Kolleginnen erprobte Gruppenkonzept einer „Schädel-Hirn-Trauma-Gruppe“ vorgestellt: Teilnehmer dieser diagnosespezifischen Gruppe sind SHT-Patienten, bei denen das Schädigungsereignis mindestens zwei Jahre oder länger zurückliegt. Häufig leiden diese Patienten unter Insuffizienzerleben, Anpassungsstörungen, depressiven Verstimmungen oder Ängsten infolge des Verlustes sozialer Kompetenzen, einer mangelnden Impulskontrolle, kognitiver Defizite oder körperlicher Einschränkungen. Die Alltagserfahrungen dieser Patienten bieten optimale Voraussetzungen, um nun mit weiterer Reflexion Veränderungsprozesse bei den Pateinten einzuleiten. Die Therapeuten beginnen, die Patienten dazu anzuleiten, selbst mithilfe von KVT-Techniken krank oder unzufrieden machende Denkweisen und Normen zu entlarven, sie zu prüfen und möglicherweise zu verändern, Lebensziele adäquat zu modifizieren und sich mit dem Thema Selbstwert auseinanderzusetzen.